Projekt zur individuellen Förderung der Schriftsprachkompetenz am Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung Brilon mit Hilfe eines fundierten Diagnose- und Fördersystems

Die Förderunggut der Schriftsprachkompetenz blickt auf eine lange, fundierte Entwicklung zurück. Das GutSchrift- bzw. Löffler-Institut setzt sich seit seiner Gründung 1982 in der Öffentlichkeit für die Aufklärung über Entwicklungs- und Lernstörungen beim Erwerb schriftsprachlicher Fertigkeiten ein.
Es versucht sowohl betroffene Eltern und interessierte Laien als auch Pädagogen, Psychologen und Mediziner zu erreichen, um über die Notwendigkeit der Früherkennung wie über Methoden wirksamer Förderung und Behandlung zu informieren.

Schwächen in der Schriftkompetenz sind in fast allen Bildungsgängen des Berufskollegs ein altbekanntes Problem, z. B. durch die hohe Zahl von Ausbildungs-abbrüchen, die Klagen von Betrieben und Verbänden über mangelnde Ausbildungs-fähigkeit sowie durch Nachteile in schulischen, beruflichen und sozialen Zusammenhängen. Für den spezifischen Bedarf des Berufskollegs fehlten jedoch lange Zeit geeignete Diagnosekonzepte und Fördermaterialien. Die Bezirksregierung Arnsberg veranlasste daher im Schuljahr 2007/2008 unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Ilona Löffler, Löffler-Institut Bochum, eine breite empirische Überprüfung der Schriftkompetenz an 25 Berufskollegs des Bezirks Arnsberg mit insgesamt 122 Klassen aus unterschiedlichen Bildungsgängen. Auf Grundlage dieser Ergebnisse wurden von Ilona Löffler und Susanne Wahl zwei berufskollegspezifische Diagnosetests mit unterschiedlichem Anforderungsniveau entwickelt.

Seit Sommer 2009 wird das Projekt, durch das Ministerium der Schul- und Weiterbildung in Düsseldorf, nordrheinwestfalenweit implementiert. Inzwischen nehmen über 140 der 262 öffentlichen Berufskollegs in NRW an diesem Diagnose- und Förder-system teil. Mit über 13.000 getesteten und geförderten Studierenden handelt es sich bei den inzwischen drei entwickelten Diagnosetests (Löffler©Test Ɩ Niveau-A, Niveau-B und Niveau-C) und den nach einem einheitlichen Konzept entwickelten Förderma-terialien um eines der erprobtesten Diagnose- und Fördersysteme bundesweit und um das landesweit größte Schulprojekt.
Bereits seit dem Schuljahr 2009/2010 nehmen Kolleginnen und Kollegen des Berufskollegs für Wirtschaft und Verwaltung Brilon regelmäßig an Fort- und Weiterbil-dungen des Löffler-Institutes über die Bezirksregierung Arnsberg teil. Seit dem Schuljahr 2010/2011führen die ausgebildeten Kolleginnen und Kollegen die GutSchrift-Diagnostik in Klassen der Unterstufe der Berufsfachschule, der Höheren Berufsfachschule sowie in der Berufsschule durch.
Bis spätestens Oktober eines jeden Schuljahres werden die für die Diagnose notwendigen Informationen mittels eines Online-Testverfahrens für jede Schülerin und jeden Schüler erhoben, im Löffler-Institut in Bochum ausgewertet und die betreuenden Kolleginnen und Kollegen erhalten in der Folge für jede Schülerin und jeden Schüler einen individuell gestalteten Förderplan. Gemäß ihrem Förderbedarf werden die förder-bedürftigen Schülerinnen und Schüler im Kurssystem in unterschiedlichen Fördermodulen – Dehnung und Doppelung, Großschreibung, Syntax und Wortbildung – unterrichtet. D. h., sie erarbeiten gezielt einzelne Schwerpunkte zur Verbesserung ihrer Schriftsprachkompetenz. Folglich durchlaufen sie auch die Fördermodule, die laut Diagnose förderbedürftig sind. Bereiche, die sie bereits sicher beherrschen, werden nicht bearbeitet. Somit kann ebenfalls darauf geachtet werden, dass kleine Lerngruppen intensiv trainieren. Diejenigen Schülerinnen und Schüler, die nach der Diagnose keiner besonderen Förderung bedürfen, also über eine gute Schriftsprachkompetenz verfügen, werden ebenfalls individuell gefördert. Für sie besteht die Möglichkeit, im Projekt Schulzeitung „Flashback“, die jährlich zum Ende des Schuljahres über die verschiedenen Aktivitäten während und über den Unterricht hinaus informiert, in journalistisches Arbeiten eingeführt zu werden.
Darüber hinaus sammeln die unterrichtenden Kolleginnen und Kollegen des Faches Deutsch sowohl empirisch als auch statistisch Informationen zur Entwicklung des Fehlerquotienten einer jeden Schülerin bzw. eines jeden Schülers, um mittels des Projektes GutSchrift und des Fehlerquotienten eine Langzeitbeobachtung zu gewährleisten. Die Erfolge der letzten Jahre bestätigen die Arbeit! Die Schülerinnen und Schüler verbessern ihre schriftsprachlichen Fertigkeiten und senken ihren Fehlerquotienten!

© zusammengestellt von M. Kroh

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Zur Jakobuslinde 30
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Tel: 02961 - 945720
Fax: 02961 - 945725
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