Europaschule Berufskolleg Brilon
Das kleinste Berufskolleg in
Trägerschaft des Hochsauerlandkreises, das Berufskolleg für
Wirtschaft und Verwaltung
Brilon, darf ab sofort den Namenszusatz „Europaschule"
tragen.
„Dieses ist für uns mehr als eine Erweiterung des Schulnamens, es ist
Verpflichtung und
Auftrag für die zukünftige Arbeit der Schule. Vom Namenszusatz „Europaschule"
versprechen wir uns eine Schärfung des Schulprofils und damit einhergehend eine
Stärkung
des Schulstandortes Brilon", so der Schulleiter OStD Udo Schniedertöns.
Es war ein langer Weg: Beratungen in den Fachkonferenzen für Fremdsprachen, in
der
Lehrerkonferenz und der Schulkonferenz gingen der Antragstellung beim
Schulträger im
Jan
uar dieses Jahres voraus. Der Schulträger unterstützte von Anfang an diesen
für die
zukünftige Ausrichtung der Schule wichtigen Schritt. Dass die Mitglieder des
Schulausschusses nach kurzen Ausführungen des Schulleiters zum Antrag dem
Verwaltungsvorschlag einstimmig zugestimmt haben, ist Zeichen für das schlüssige
und
zukunftsfähige Entwicklungskonzept für das Berufskolleg Brilon. Danach soll sich
der
Europagedanke durch alle Bildungsgänge ziehen und dem Erwerb von
Sprachkompetenzen in
allen Bereichen ein besonderer Stellenwert eingeräumt werden. Dabei ist
natürlich unter
anderem an zweisprachige (bilinguale) Unterrichtsangebote in ausgesuchten
Bildungsgängen,
an die Teilnahme an europäischen Projekten und an die vertiefte
Auseinandersetzung mit
europäischen Themen im Unterricht gedacht. „Vor dem Hintergrund zunehmender
Globalisierung ist es wichtig, die Schüler/innen auf die veränderten Bedingungen
vorzubereiten".
"Wir sind sicher, dass die Abschlüsse und Zertifikate als Europaschule unseren
Schülern/innen bereits kurzfristig neue Chancen für den weiteren Berufsweg
eröffnen", so
Schniedertöns in einem Gespräch.
Die 850 Schüler des
Berufskollegs hatten sich mächtig ins Zeug gelegt und sich eine ganze Reihe von
Aktionen ausgedacht, um diesen Tag angemessen zu feiern: Infostände zu
EU-Verwaltung, Eu-Ländern, ein EU-Quiz, das es in sich hatte, und natürlich
kulinarische Leckereien aus den einzelnen EU-Ländern.

Als gegen Mittag das blaue Europa-Schild an der Front des Schulgebäudes enthüllt wurde, gab es viel Applaus. Dr. Peter Liese, Mitglied des Europaparlamentes, gratulierte in seiner Ansprache der ersten Europaschule im Hochsauerlandkreis. "Gerade in Brilon bewegt sich sehr viel zum Thema Europa und die Ernennung des Berufskollegs zur Europaschule ist ein weiterer Höhepunkt", betont der Abgeordnete. Auch Schulleiter Udo Schniedertöns macht die Ernennung stolz. Und das hat einen besonderen Grund: Erst vor wenigen Tagen, am 9. Oktober, teilte das NRW-Schulministerium mit, dass es bis 2010 in jeder größeren Stadt eine Europaschule geben soll. Das Berufskolleg hatte aber seinen Antrag auf Ernennung bereits im Januar eingereicht. "Wir können stolz sein, dass wir in Brilon diesen Schritt in Richtung Europa bereits vollzogen haben", so Schniedertöns.
"Brilon hat die Nase vorn",
freut sich auch der stellvertretende Landrat Rudolf Heinemann und hofft, dass
noch einige Europaschulen im Hochsauerlandkreis folgen werden. Durch die
Ernennung werde nicht nur der Standort Brilon gestärkt.

"Wir als kleine Schule können damit unser Profil schärfen", ist Schniedertöns überzeugt. Nun gelte es nach vorn zu schauen, denn der Titel Europaschule bringe schließlich auch Verpflichtungen mit sich. So will das Berufskolleg nicht nur seinen Fremdsprachenbereich weiter ausbauen. "Wir wollen, dass jeder unserer Schüler eine Fremdsprache beherrscht", erklärt Schniedertöns. Auch in den übrigen Fächern soll Europa ein immer wiederkehrendes Thema sein. "Der Europagedanke muss in allen Fächern präsent sein", so Schniedertöns. Um dieses Ziel zu ereichen und damit auch den EU-Kriterien zu genügen, will das Berufskolleg jährliche Projekttage zum Thema Europa veranstalten und die Partnerschaften mit anderen europäischen Schulen erweitern. "Da müssen wir noch viel machen", sagt Schniedertöns. Obwohl es schon Kooperationen gebe, sei das Berufskolleg immer auf der Suche nach neuen Partnern vor allem, um den Schülern mehr Auslandsaufenthalte zu ermöglichen. "Schließlich wäre es schön, wenn der Status als Europaschule unseren Absolventen berufliche Vorteile bringt", hofft Schniedertöns.




