Schreibwerkstatt am BKB

25.09.2014

Die 25. September 2014 am Berufskolleg Brilon stattgefundene Schreibwerkstatt wurde von dem Kölner Autor Manfred Theisen geleitet. Der Kontakt zu Herrn Theisen kam auf Empfehlung des Friedrich-Bödecker-Kreises NRW zustande.

Schreibwerkstattzoom

Dieser gemeinnützige Verein, der 1954 gegründet worden ist und nach dem niedersächsischen Pädagogen Friedrich Bödecker benannt wurde, sieht als eine seiner vorrangigen Aufgaben die Leseförderung und Literaturvermittlung für Kinder und Jugendliche. Die Veranstaltung am Berufskolleg Brilon wird darüber hinaus auch vom Förderverein des Berufskollegs Brilon und dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen finanziell unterstützt. Das Berufskolleg Brilon, die Lehrerinnen und Lehrer und die beteiligten Schülerinnen und Schüler bedanken sich ganz herzlich bei den o.g. Organisationen. Ohne sie könnten diese, den Schulalltag bereichernden Veranstaltungen, nicht stattfinden!
Nach einer bereits sehr erfolg- und ertragreichen Schreibwerkstatt mit Herrn Theisen und Schülerinnen und Schülern der Gymnasialen Oberstufe im vergangenen Schuljahr arbeitete er in der vergangenen Woche mit Schülerinnen und Schülern der Oberstufe der Höheren Handelsschule. Die Schreibwerkstatt wurde zum Thema „Mobbing“ durchgeführt.
Den Einstieg in das Thema fand der Autor – auf den ersten Blick eher ungewöhnlich, indem er mit den Schülern über seinen Beruf Autor redete. Danach leitete er zu seinem neuen Buch "Weil es nie aufhört" und dem Thema des Tages „Mobbing“ über. Über den Inhalt der Geschichte, dem Handyverhalten der Figuren, dass beispielsweise der Protagonist sein Opfer per Handy ausspioniert, knüpfte er an die Lebenswirklichkeit der Schüler an und fragte, ob sie schon einmal etwas Ähnliches gehört oder erfahren hätten. Ein Mädchen erzählte dann tatsächlich, wie Eltern ihre Bekannte ausspionierten und dass, - als sie dies erfuhr - sich zwar geärgert habe, aber nicht ihr Handy abgab, sondern sich weiter ausspionieren ließ. Diese Antwort einer 19-Jährigen wurde in der Gruppe kontrovers diskutiert, sodass die Schüler in Kleingruppen Dialoge verfassten: Mutter, Vater, Tochter – Tochter erfährt von der Spionage ihrer Eltern. Manfred Theisen war in der Folge von der Qualität der Ergebnisse sehr positiv überrascht. Deshalb wurden die Dialoge nicht weiter geschrieben oder verbessert, sondern die Gruppe widmete sich beispielsweise der Gesprächsführung. Wie verhalten sich die Eltern, wie die Tochter? Wie gehen sie sprachlich vor, um das Kind bzw. die Eltern zu überzeugen. Wer hat wie viel Macht beim Gespräch. Und wo ist beispielsweise der Machtverlust? Ein Mädchen versuchte im Text z. B. mittels Argumentation den Eltern ihr Fehlverhalten deutlich zu machen. Diese jedoch beriefen sich schlichtweg darauf, dass sie das Recht zur Spionage hätten, weil sie die Eltern sind. Die Argumente des Kindes wurden einfach weggewischt. In anderen Texten verhielt sich das Kind nicht argumentativ, sondern wurde einfach patzig. Dadurch hatten die Eltern keinen Zugang mehr zu ihm. Eine Tochter sagte beispielsweise: „Dann ziehe ich halt aus.“ Und die Eltern entgegneten: „Das kannst du nicht, du hast doch kein Geld!“ Offensichtlich hingen also die Eltern so stark am Kind, dass sie versuchten, es mit Argumenten von seinem Entschluss zurück zu halten. Sie hätten ja auch sagen können: „Dann geh doch!“
Nach einer kurzen Pause wechselte die Gruppe das Medium und widmete sich dem Thema mittels Videos. Das erste Video war eines mit Manuel Neuer, das zweite von einem Berliner Tänzer. Die Aufgabe bestand nun darin, möglichst genau zu beschreiben, was gesehen wird und dieses dann zu interpretieren. Beides zusammen wurde anschließend in einem Text vermischt. Danach erklärte sich eine Schülerin bereit, die Texte einzusprechen.
Durch das Einsprechen passierten mehrere Dinge. Die Schüler mussten ruhig sein, konzentrierten sich auf ihren gemeinsamen Text und waren alle mit der einsprech-enden Schülerin zu Recht stolz darauf, was sie getextet hatten. Manfred Theisen war zudem total begeistert, dass sich die Schüler, die sonst oft mit Fakten versehen werden, so unvoreingenommen, frei und experimentell mit einem Tanzstück beschäftigten. Die Ergebnisse zu beiden Videos sind über die Homepage des Berufskollegs anzusehen!!
Die Organisatoren bedanken sich ganz herzlich bei Herrn Theisen für diesen ungewöhnlichen Vormittag und hoffen, dass noch viele dieser Art folgen werden.

© M. Kroh


 

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Fax: 02961 - 945725
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